Nach einer Auswertung der Verdiensterhebung 2024 haben 56 Prozent der Arbeitnehmenden ein durch einen Tarifvertrag geregeltes Beschäftigungsverhältnis gegenüber 41 Prozent in 2014. Diese Steigerung um 15 Prozentpunkte hat primär im Zeitraum 2018 bis 2024 stattgefunden (12 Prozentpunkte).
Unter den aktuell 56 Prozent Arbeitnehmenden mit Tarifvertrag sind 47 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse durch einen Branchentarifvertrag geregelt und 10 Prozent durch einen Firmentarifvertrag. Von den nicht tarifgebundenen Arbeitnehmenden verfügen rund 7 Prozent über eine betriebliche Vereinbarung.
Die Tarifbindung im Land Bremen unterscheidet sich in den Wirtschaftszweigen stark. Im Bereich des öffentlichen Dienstes liegt die Tarifbindung bei 100 Prozent. Dahinter folgen vier Wirtschaftsabschnitte in denen zumindest mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer:innen tarifgebunden arbeiten: Erziehung und Unterricht zu 77 Prozent, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen zu 73 Prozent, Verarbeitendes Gewerbe zu 71 Prozent und Finanz- und Versicherungsdienstleistungen zu 69 Prozent. Demgegenüber erhalten weniger als ein Drittel der Arbeitnehmer:innen aus den Wirtschaftsabschnitten Kunst, Unterhaltung und Erholung (26 Prozent), Information und Kommunikation (27 Prozent) sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (31 Prozent) tarifgebundene Entgelte.
Der Indikator der Tarifbindung bildet den Anteil der Beschäftigung in tarifgebundenen Betrieben an der Gesamtbeschäftigung ab. Als tarifgebunden wird ein Betrieb dann klassifiziert, wenn ein Branchen- oder Firmentarifvertrag Anwendung findet.
Dies sind Ergebnisse der Verdiensterhebung auf Basis des Referenzmonats April. Dabei fließen Daten einer geschichteten Stichprobe von rund 1.500 Betrieben ein. Die Ergebnisse für 2018 entstammen einer Sonderauswertung der Verdienststrukturerhebung 2018, mit einer geschichteten Stichprobe von rund 1.300 im Land Bremen. Aufgrund stichprobenbedingter Restriktionen in der Verdiensterhebung ist ein tiefer differenzierter Ausweis nicht möglich.
Markus Habig
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